Energieklasse und Passivhaus beim Neubau in Graz
Fast jedes Neubauprojekt wirbt mit Energieeffizienz. Nachprüfbar ist sie selten: Von 140 aktuell auf accommody gelisteten Projekten in Graz und Umgebung veröffentlichen 21 eine Energieklasse. Ein einziges erreicht Passivhaus-Niveau.
Zuletzt geprüft:
Energieklasse ist eine Kennzahl, Passivhaus ein Standard
Die Energieklasse im Energieausweis beschreibt den Heizwärmebedarf (HWB) in Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr. Sie ist eine Messgröße und für jedes Gebäude verpflichtend auszuweisen.
Passivhaus ist dagegen ein Baustandard mit eigenen, zusätzlichen Anforderungen – unter anderem an Luftdichtheit und kontrollierte Wohnraumlüftung. Ein Gebäude kann die Kennzahl eines Passivhauses erreichen, ohne als Passivhaus zertifiziert zu sein.
Der Zusammenhang ist trotzdem einfach: Die Klasse A+ beginnt bei einem Heizwärmebedarf von höchstens 15 kWh/m²a – und genau dieser Wert ist die zentrale Kennzahl des Passivhaus-Standards.
| Klasse | HWB | Entspricht |
|---|---|---|
| A++ | max. 10 | Passivhausbauweise |
| A+ | max. 15 | Passivhaus-Niveau |
| A | max. 25 | Niedrigenergiehaus |
| B | max. 50 | Energiesparhaus |
| C | max. 100 | zeitgemäßer Bestand |
| D bis G | über 100 | unsanierter Altbestand |
Was die Grazer Projekte tatsächlich veröffentlichen
accommody übernimmt die Daten von den Websites der Bauträger. Wenn dort keine Energiekennzahl steht, haben wir keine – und das ist der Normalfall.
| Energieklasse | Projekte |
|---|---|
| A+ (Passivhaus-Niveau) | 1 |
| A | 4 |
| B | 16 |
| keine Angabe | 119 |
Kein einziges Projekt weist in seiner Beschreibung eine Passivhaus-Zertifizierung aus. Das heißt nicht, dass es keine gibt – es heißt, dass es öffentlich nicht steht.
Warum das für Käuferinnen und Käufer zählt
Der Unterschied zwischen Klasse B und Klasse A+ sind bis zu 35 kWh je Quadratmeter und Jahr. Auf 80 Quadratmeter gerechnet sind das rund 2.800 Kilowattstunden Heizwärme jährlich – jedes Jahr, über die gesamte Nutzungsdauer.
Die Energiekennzahl beeinflusst außerdem Wohnbauförderung, Finanzierungskonditionen und den späteren Wiederverkaufswert. Sie ist einer der wenigen Werte, die sich nach dem Bau nur noch mit erheblichem Aufwand verändern lassen.
Was Sie konkret fragen sollten
- Wie hoch ist der HWB in kWh/m²a laut Energieausweis – nicht die Klasse, die Zahl.
- Liegt der Energieausweis vor oder ist er erst geplant? Bei Projekten in Planung ist er häufig noch eine Prognose.
- Gibt es eine kontrollierte Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung?
- Womit wird geheizt, und wie ist die Warmwasserbereitung gelöst?
- Falls „Passivhaus" beworben wird: Liegt eine Zertifizierung vor, oder ist der Standard nur angestrebt?
Häufige Fragen
- Welche Energieklasse entspricht einem Passivhaus?
- A+ mit einem Heizwärmebedarf von höchstens 15 kWh/m²a entspricht dem Passivhaus-Niveau, A++ mit höchstens 10 kWh/m²a der klassischen Passivhausbauweise. Die Klasse allein ersetzt aber keine Passivhaus-Zertifizierung.
- Wie viele Neubauprojekte in Graz sind Passivhäuser?
- Das lässt sich öffentlich nicht beantworten. Von 140 auf accommody gelisteten Projekten veröffentlicht genau eines eine Energieklasse auf Passivhaus-Niveau (A+), und keines weist eine Passivhaus-Zertifizierung aus. 119 Projekte machen zur Energieklasse gar keine Angabe.
- Muss ein Bauträger die Energiekennzahl angeben?
- Der Energieausweis ist bei Verkauf vorzulegen und die Kennzahlen sind in Inseraten anzugeben. Auf der eigenen Projektwebsite eines Bauträgers findet sich die Zahl in der Praxis aber oft nicht – bei rund 85 Prozent der hier gelisteten Projekte fehlt sie.
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