Bauherrenmodell in Graz

Das Bauherrenmodell ist keine Wohnform, sondern eine Investitionsform. Wer damit liebäugelt, verwechselt es leicht mit der Vorsorgewohnung – die steuerliche Wirkung und das Risiko sind aber grundlegend verschieden.

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Was es ist

Mehrere Investorinnen und Investoren erwerben gemeinsam eine Liegenschaft und lassen darauf errichten oder sanieren. Sie treten dabei rechtlich als Bauherren auf – nicht als Käufer einer fertigen Wohnung. Organisiert wird das üblicherweise über eine Bauherrengemeinschaft.

Die Wohnungen werden anschließend vermietet. Das Modell zielt auf laufende Mieteinnahmen und auf eine steuerliche Wirkung in der Bauphase, nicht auf Eigennutzung.

Der steuerliche Kern

Der Vorteil liegt in der Abschreibung. Herstellungsaufwand kann unter den Voraussetzungen des Bauherrenmodells auf 15 Jahre verteilt abgeschrieben werden – statt über die sonst üblichen Jahrzehnte. Bestimmte Werbungskosten sind zudem sofort absetzbar.

Die Ersparnis entspricht dem persönlichen Grenzsteuersatz. Das Modell wirkt dadurch umso stärker, je höher das übrige Einkommen ist – und ist für Personen mit geringem Grenzsteuersatz wenig sinnvoll.

Die Voraussetzungen sind der eigentliche Punkt

Die Finanzverwaltung erkennt die Bauherreneigenschaft nur an, wenn die Beteiligten tatsächlich Bauherren sind – also ein echtes wirtschaftliches Risiko tragen. Daraus folgen die Bedingungen, an denen ein Modell in der Praxis scheitert:

  • Keine uneingeschränkte Fix- oder Höchstpreisgarantie. Mehrkosten aus Sonderwünschen oder behördlichen Auflagen müssen die Bauherren treffen.
  • Der Baubeginn muss nach dem Erwerb der Liegenschaft liegen.
  • Das Risiko darf nicht vollständig ausgeschlossen sein – ein rundum abgesichertes Angebot ist steuerlich gerade kein Bauherrenmodell.

Wird die Bauherreneigenschaft aberkannt, entfällt die verkürzte Abschreibung rückwirkend. Das ist das zentrale Risiko des Modells und der Grund, warum es ohne Steuerberatung nicht sinnvoll beurteilt werden kann.

Abgrenzung zur Vorsorgewohnung

BauherrenmodellVorsorgewohnung
Erworben wirdAnteil an einer Liegenschaftfertige Wohnung
RolleBauherr mit RisikoKäufer
Abschreibungauf 15 Jahre möglichreguläre AfA
Aufwandhoch, mehrjähriggering
Einstiegssummemeist deutlich höherniedriger

Woran Sie ein Bauherrenmodell erkennen

accommody führt kein Merkmal „Bauherrenmodell": Kein Bauträger weist es auf seiner Projektseite so aus, und wir tragen nichts ein, was wir nicht belegen können. Erkennbar sind solche Projekte trotzdem, meist an denselben Signalen:

  • Das Projekt wird als Anlegerwohnung oder Vorsorgeobjekt vermarktet, nicht an Eigennutzer.
  • Es ist von Beteiligung, Anteilen oder einer Gemeinschaft die Rede statt von Kaufpreis pro Wohnung.
  • Sanierung eines Altbestands – ein häufiger Anwendungsfall in Graz.
  • Die Kommunikation nennt Steuerberatung oder steuerliche Beratung als Teil des Angebots.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Bauherrenmodell und Vorsorgewohnung?
Beim Bauherrenmodell erwerben Sie einen Anteil an einer Liegenschaft und treten als Bauherr mit echtem wirtschaftlichem Risiko auf; dafür ist eine Abschreibung auf 15 Jahre möglich. Bei der Vorsorgewohnung kaufen Sie eine fertige Wohnung – weniger Aufwand, weniger Risiko, reguläre Abschreibung.
Für wen lohnt sich ein Bauherrenmodell?
Die Wirkung entspricht dem persönlichen Grenzsteuersatz, das Modell trägt sich also vor allem bei hohem übrigem Einkommen, längerem Anlagehorizont und der Bereitschaft, echtes Baurisiko zu tragen. Ohne Steuerberatung lässt sich das im Einzelfall nicht beurteilen.
Welche Grazer Projekte sind Bauherrenmodelle?
Das lässt sich aus öffentlichen Projektdaten nicht beantworten – kein von uns erfasster Bauträger weist das Modell auf seiner Projektseite aus. Erkennbar sind sie an der Vermarktung als Anleger- oder Vorsorgeobjekt und an der Rede von Anteilen statt von Kaufpreisen.

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Quellen

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